E-Mail senden
MVZ
 
 
 

Wieder zu Hause

 

Wie geht es nun weiter?  Kann ich zu Hause so weiterleben, wie bisher? Kann ich alles essen? Kann ich weiterhin Sport machen? Sicherlich kommen nach Ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus viele Fragen auf, an die Sie während Ihres Klinikaufenthaltes nicht gedacht haben. Wir möchten Ihnen auf dieser Seite einige nützliche Hinweise für die Bewältigung des Alltags geben. Sehr wichtig sind in der kommenden Zeit auch Gespräche mit den Angehörigen und Freunden. Nur so können Ihre Angehörigen Ihnen helfen und Rücksicht auf Ihre Erkrankung und derzeitigen Bedürfnisse nehmen.

 

Hinweis: Die medizinischen Informationen dieser Seite dürfen nicht als Ersatz für Beratung und oder Behandlung durch Ärzte angesehen werden, noch dürfen aufgrund der Informationen eigenständig Diagnosen gestellt oder Behandlungen begonnen oder abgesetzt werden.

 

Körperliche Belastung

Körperliche Belastung sollte in der ersten Zeit nach Ihrem Krankenhausaufenthalt vermieden werden. Eine entsprechende Information, wann welche Aktivität und Belastung erlaubt ist erhalten Sie von unserem Stationspersonal bzw. dem Personal in der Rehaklinik. Nutzen Sie Ihr erworbenes Wissen und Können aus der Rehazeit und wenden Sie es im alltäglichen Leben an. Ihr Herz wird es Ihnen danken. Für weitere Fragen wird Ihnen Ihr Hausarzt jederzeit zur Seite stehen.

 

Wiederaufnahme der Arbeit

Wann Sie Ihre Arbeit wieder aufnehmen können und in welchem Umfang, wird durch Ihren weiterbehandelnden Arzt bestimmt. Je nach Grunderkrankung und Heilungserfolg kann dies sehr unterschiedlich sein. Bei einem Herzinfarkt kann die 2-3 Wochen nach Beendigung der Rehabilitation schon wieder möglich sein, insofern es sich um einen unkomplizierten Verlauf und um körperlich wenig belastende Arbeit handelt. Nutzen Sie hierzu das Gespräch mit dem Arzt. Er kann Ihnen konkrete Termine nennen, wann Sie Ihre Arbeit wieder aufnehmen können.

 

Nikotin

Raucher sind stark Herzinfarkt gefährdet. Das Risiko für eine Herzerkrankungen ist im Gegensatz zu Nichtrauchern oder Ex-Rauchern deutlich höher. Daneben besteht durch das Rauchen ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs, Raucherlunge und Durchblutungsstörungen an den Beinen, sowie Hirnschlag. Nehmen Sie den Krankenhausaufenthalt als Anlass das Rauchen zu beenden. Erfahrungsgemäß  ist es am besten, wenn Sie von einen auf den anderen Tag damit aufhören. Das langsame Aufhören führt meist nicht zum Erfolg.

 

Gewichtsreduktion

Übergewicht ist schädlich, gerade im Zusammenhang mit einer Herzerkrankung. Es ist eine zusätzliche Belastung für Ihr Herz. Versuchen Sie durch konsequente und gesunde Ernährung und sportliche Aktivität Ihr Idealgewicht zu erreichen. Hilfreich kann hier auch ein Gespräch mit einem Ernährungsberater sein.

 

Stoffwechselstörungen

Stoffwechselstörungen, wie die Blutzuckerkrankheit oder erhöhtes Cholesterin sind Risikofaktoren für eine Herzerkrankung, speziell für den Herzinfarkt. Auf diese Risikofaktoren werden Sie während des Klinikaufenthaltes untersucht. Unter Umständen ist eine Behandlung nötig, welche Sie unbedingt konsequent fortsetzen müssen. Bitte passen Sie Ihre Essgewohnheiten den Umständen an. Eine Ernährungsberatung kann Ihnen hierbei die notwendigen Hinweise geben.

 

Medikamente

Zur Verhinderung von Komplikationen und zur Verbesserung der Lebenserwartung erhalten heutzutage fast alle Patienten Medikamente, vor allem Herzinfarktpatienten. Halten Sie sich unbedingt an die verordnete Menge und an die Zeiten der Einnahme. Für eine Veränderung der Medikation ist allein der Hausarzt zuständig. Denken Sie bitte daran, das nicht jedes neu aufgetretene Symptom  eine Medikamentennebenwirkung sein muss und dass das Absetzen der Medikamente lebensgefährlich sein kann. Suchen Sie also Ihren Hausarzt auf, bevor Ihnen Medikamente ausgehen oder wenn Unverträglichkeiten auftreten. Durch Wechsel des Präparates können Nebenwirkungen meist eliminiert werden.

 

Allgemeine Informationen für den Alltag

 

Auto fahren

In der Regel kann dies bei der Wiederaufnahme der Arbeit geschehen. Vermeiden Sie jedoch vorerst lange, anstrengende Autofahrten. Für Patienten mit einem implantierten Herzschrittmacher speziell mit Defibrillationsfunktion gelten hierbei strengere Regeln. Informieren Sie sich hierzu bei Ihrem behandelnden Arzt.

 

Stress

Gehen Sie vorläufig belastenden Situationen aus dem Weg. Versuchen Sie , Stress durch eine Veränderung des Lebensrhythmus zu vermeiden. Ein gesundes und entspanntes Körpertraining eignet sich dazu. Sollten Ihnen andere belastende Sorgen auf dem Herzen liegen, können Sie mit uns reden. Wir sind bemüht mit Ihnen gemeinsam eine Lösung zu finden.

 

Sauna

Sollten Sie zu den Freunden der Sauna gehören, dürfen Sie diese Gewohnheit weiterhin pflegen. Vermeiden Sie aber extreme Temperaturbelastungen oder Temperaturschwankungen indem Sie nicht mit dem ganzen Körper in kaltes Wasser eintauchen, sondern nur die Beine und Arme mit kaltem Wasser abkühlen.

 

Ferien

Trainierte und lungengesunde Patienten können die Luftdruckunterschiede in den Bergen im Allgemeinen gut vertragen. Es wird jedoch geraten, für Patienten mit Herzerkrankungen, nach Ankunft in den höher gelegenen Kurorten vorerst 1-3 Tage auszuruhen, um sich zu aklimatisieren. Ein Aufstieg in größere Höhen, sollte vorher mit Ihrem Hausarzt besprochen werden, ist aber in den meisten Fällen problemlos möglich.  Denken Sie vor Urlaubsbeginn an den mitzunehmenden Medikamentenvorrat. Wenn sie eine Blutverdünnung verordnet bekommen haben, muss unter Umständen die Quickkontrolle im Ferienort oder in der näheren Umgebung gewährleistet sein. Lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt über Ort und Dauer der Ferien beraten. Fliegen in einer Verkehrsmaschine mit Druckkabine bedeutet keine zusätzliche Gefahr.

 

Sexualität

Warum nicht ? Hier gilt, wie bei der körperlichen Belastung. Erlaubt ist, was ohne Beschwerden vertragen wird. Störungen der Sexualfunktion bei Männern haben oft psychologische Ursachen. Selten sind sie durch Medikamentennebenwirkungen verursacht. Die Einnahme von Viagra ist in Kombination mit bestimmten Medikamenten (gefässerweiternde Medikamente) gefährlich.

 

Grundsätzlich, lassen Sie Ihren gesunden Menschenverstand walten. Alles, was Sie ohne Beschwerden und ohne sportliche Höchstleistungen vollbringen können, ist erlaubt.

  

Mitglied der Deutschen Herzstiftung