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Vorhofohrverschluss

Was ist „Vorhofflimmern“?


Vorhofflimmern ist eine häufige Rhythmusstörung wobei der Herzschlag absolut unregelmäßig, zu schnell oder zu langsam ist. Vor allem besteht die Gefahr der Bildung von Blutgerinnseln, vor allem in einem Anhang des Vorhofs, dem sogenannten „Vorhofsohr“. Wenn sich Teile dieser Blutgerinnsel lösen, können Sie einen Schlaganfall bekommen. Sie können auch Gefäßverschlüsse der Augen, Gliedmaßen etc. verursachen.

 
Größere Studien, welche die verschiedenen Therapieoptionen vergleichen (hinsichtlich Langzeitverlauf), existieren zurzeit nicht. Der Entscheid, welche Therapieform für Sie die Optimale ist, kann aus diesem Grund nicht ausschließlich auf allgemeingültige Kriterien gestützt werden. Es sind prinzipiell 5 Vorgehensweisen denkbar:

 

  • Kathetertechnische Ablation (Verödung) des Vorhofflimmerns. Diese Option steht bei Ihnen möglicherweise nicht mehr zur Diskussion.
  • Das statistische Risiko einen Schlaganfall zu erleiden beträgt ungefähr 4–8% / Jahr
  • Blutverdünnungstherapie (Marcumar, Falithrom) – Diese Behandlung muss gut eingestellt sein (regelmäßige Kontrollen beim Hausarzt), die optimale Behandlungsdauer ist hierbei unklar (lebenslänglich?). Problematisch im hohen Alter ist die erhöhte Blutungsgefahr (Magen- Darmblutungen, Prostata etc.) Zudem besteht eine deutlich erhöhte Blutungsgefahr bei Stürzen durch Stolpern, Gangunsicherheit und Muskelschwäche.
  • Operativer Verschluss des Vorhofohres. Obwohl der Eingriff mit geringem Risiko behaftet ist, handelt es sich jedoch um eine chirurgische Operation am offenen Herzen. Sie ist indiziert wenn zusätzlich und gleichzeitig noch andere Eingriffe (Bypassoperationen, Klappenersatz) geplant sind.
  • Kathetertechnischer Verschluss des linken Vorhofohres. Hierbei wird z.B. ein „Schirmchen“ eingesetzt, welches das Vorhofohr (Sitz und Ursprung von über 90% aller Gerinnselbildung im Vorhof) verschließt

  

Wie wird die Untersuchung durchgeführt?

 
Während der Untersuchung wird parallel dazu eine transösophagale Echokardiographie durchgeführt (Ultraschalluntersuchung durch die Speiseröhre). Diese dient dazu, das Platzieren des Schirmes zu optimieren. Die Leiste (meistens  rechts) wird desinfiziert und die Instrumente werden vorbereitet. Dem Eingriff geht eine Lokalanästhesie voraus (die Zugangsstelle in der Leiste wird schmerzunempfindlich gemacht). Bei der Lokalanästhesie verspüren Sie zuerst einen leichten Stich, anschließend ein leichtes Brennen sowie ein dumpfes Druckgefühl in der Leiste. Nach einer Minute hat die lokale Betäubung gewirkt, der Eingriff ist ab sofort schmerzlos. Sollten Sie wider Erwarten noch ein Schmerzgefühl empfinden, kann problemlos nochmals anästhesiert werden. Sie spüren nicht wie die Sonde durch die Gefäße zum Herzen geführt wird. Durch die Punktion der großen Oberschenkelvene (4 mm), werden sämtliche Instrumente des Verschlusssystems eingeführt. Ein vorgeformtes Metallgeflecht in Form zweier fest miteinander verbundenden Schirmchen wird in das Vorhofsohr platziert, so dass dieses nicht mehr durchlässig ist. Im Laufe der Zeit wächst das Metallgeflecht ein und wird von körpereigenen Zellen überdeckt.

 
Die Untersuchung dauert in der Regel ca. 1-2 Stunden. Danach wird ein Druckverband angelegt, welcher nach ca. 6 Stunden entfernt werden kann. Während dieser Zeit müssen Bewegungen des Beckens und beider unteren Gliedmaßen vermieden werden. Sowohl der obere und untere verstellbare Teil des Bettes können um ca. 20° nach oben oder unten verstellt werden, was den Rücken entlastet. Sollte der Druckverband unangenehm oder schmerzhaft werden, erhalten Sie vom Pflegepersonal ausreichend Mittel zur Schmerzlinderung.

 

Gibt es Risiken oder Komplikationen bei der Untersuchung?

  
Obwohl die Sicherheit der Untersuchungen und Eingriffe am Herzen groß und das Risiko gering ist, muss erwähnt werden, dass kein medizinischer Eingriff völlig frei von Risiken ist. Art und Schwere der Grunderkrankungen sowie eventuelle Begleiterkrankungen, Lebensalter und andere Faktoren bestimmen das Risiko mit. Vor jedem Eingriff erhalten Sie im Rahmen eines ärztlichen Aufklärungsgespräches detaillierte Informationen.

Mitglied der Deutschen Herzstiftung