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Nierenarterienablation

   

Die „Sympathikusdenervation“ der Niere, durch sogenannte Hochfrequenzablation in der Nierenarterie, ist ein neues Verfahren zur Blutdrucksenkung bei medikamentös nicht ausreichend behandelbaren Hochdruckpatienten. Unsere Klinik betreut viele Patienten mit schwer einstellbarem Blutdruck („arterielle Hypertonie“). Häufig müssen diese Patienten, wie auch Sie, mehrere Blutdruckmedikamente täglich einnehmen und nicht selten ist der Blutdruck nicht zufriedenstellend eingestellt. Schlaganfall, Herzinfarkt und Nierenschäden können die Folge eines nicht ausreichend eingestellten Blutdrucks sein.

 
Für diese Patienten mit schwer einstellbaren Blutdruck – sog. „therapiefraktärer“ Blutdruck – ist dieses neuartige Verfahren der „renalen Denervation“ entwickelt worden. Dabei wird ein kleiner Ablationskatheter  von der Leistenarterie aus in die Nierenarterie unter Röntgenkontrolle vorgeschoben. Mit Hilfe der steuerbaren Elektrode am Ende des Katheters werden Stromstöße an verschiedenen Stellen an die Wand der Nierenarterie gegeben. Dadurch kommt es zur Verödung der Stressnerven, die in der Gefäßwand verlaufen. Über eben diese Stressnervenerhaöten die Nieren normalerweise Informationen, vor allem vom Gehirn, für eine Blurdrucksteigerung zu sorgen. Durch die Verödung der Nervenfasern wird dieser Mechanismus unterbunden. In beiden Nierenarterien werden an mehreren Stellen Ablationen vorgenommen, so dass es zu einer möglichst vollständigen Unterbrechung der Nervenfasern kommt.

 
Durch die Wärmebehandlung (Ablation, Radiofrequenzablation) der Nierenarterienwand kann es während der Untersuchung zu Schmerzen im Bauch oder der Flanke kommen. Diese werden bei der Sympathikusdenervation in der Regel vorbeugend mit Schmerzmitteln behandelt. Die vorangegangenen Studien über diese neue Methodik ergaben eine hohe Sicherheit. Es sind bis jetzt kaum Nebenwirkungen bekannt. Allerdings wird dieses Verfahren erst seit  wenigen Jahren durchgeführt, und Langzeitnebenwirkungen sind bisher nicht bekannt. Daher werden bisher nur Patienten mit sehr fortgeschrittener, medikamentös nicht beherrschbarer Hypertonie behandelt, bei denen das Risiko für schwere Folgeschäden als hoch eingeschätzt wird.

 

Gibt es Risiken oder Komplikationen bei der Nierenarterienablation?

 

In mehreren Studien mit insgesamt ca. 200 Patienten wurde das Verfahren bereits auf die klinische Sicherheit getestet. Dabei konnte eine hohe Sicherheit für den Patienten festgestellt werden. In nur sehr wenigen Fällen (ca.0,5%) kam es zu Schädigungen im Bereich der beteiligten Gefäße (Einriss der inneren Gefäßhaut, Aussackung des punktierten Gefäßes, Fistel zwischen Leistenarterie und Leistenvene), die jedoch alle sofort beherrscht werden konnten. Damit bietet die Sympathikusdenervation der Nierenarterie nach bisherigen Kenntnissen eine höhere Sicherheit als andere interventionelle Verfahren, wie z.B. der Stentimplantation in der Nierenarterie.

 
Grundsätzlich kann es bei der Katheterbehandlung im Bereich der Nierenarterie zu einer Verletzung der Nierenarterie kommen, im schlimmsten Fall mit der Folge eines Verschlusses oder einer Blutung. Dies kann in sehr seltenen Fällen zu potentiell lebensbedrohlichen Zuständen (Blutungsschock) führen, oder zum Verlust der Niere. Weiterhin kann es im Bereich der Leiste, wo die Punktion der Hauptschlagader durchgeführt wird, zu einer Blutung nach der Katheteruntersuchung kommen. Lesen sie hierzu bitte auch die Erläuterungen im beiliegenden Aufklärungsbogen über das Aufdehnen von Engstellen an Gefäßen. Durch das Kontrastmittel, was für die Darstellung der Gefäße bei allen Katheteruntersuchungen benutzt wird, kann es zu allergischen Reaktionen und zur Beeinträchtigung der Nierenfunktion kommen.

  

Mitglied der Deutschen Herzstiftung