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Coronarangiographie

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Die Coronarangiographie ist die am häufigsten durchgeführte Untersuchung in unserer Abteilung. Es handelt sich um eine Darstellung aller 3 Herzkranzgefäße (Arterien und Venen, welche das Herz mit Blut versorgen). Zusätzlich können auch die Herzkammern und deren Funktion beurteilt werden. Sie dient der Diagnostik der morphologischen Verhältnisse der Herzkranzgefäße und zur Lokalisierung von Stenosen (Gefäßverengungen) und deren Art und Ausmaß.

 

Was kann man nun genau bei der Herzkatheteruntersuchung sehen und beurteilen?

  • Kontrastdarstellung der Herzkranzgefäße, sowie eventueller Bypassdarstellungen
  • Kontrastdarstellung der linken Herzkammer und der Aorta (Ventrikelo- und Aortographie)
  • Beurteilung der Gefäße auf eventuelle Einengungen des Gefäßquerschnittes, Morphologie der Enge und der bestehende Fluss im Gefäß
  • Mit Hilfe einer Zusatzuntersuchung, dem Rechtsherzkatheter, können ebenfalls die unterschiedlichen Drücke und Sauerstoffsättigungen im kleinem Blutkreislauf, dem Lungenkreislauf gemessen und beurteilt werden. Durch die Druckberechnung können die Herzklappen beurteilt werden (Herzklappenverengungen, - verschlüsse oder –undichtigkeiten)
    Mögliche angeborene oder erworbene Herzerkranken können ebenfalls dargestellt und beurteilt werden (Ventrikel- oder Vorhofseptumdefekte, Herzklappenfehler)
  •  Darüber hinaus besteht eine Vielzahl von therapeutischen Möglichkeiten, welche direkt an eine Herzkatheteruntersuchung gekoppelt sind ( Ballonaufdehnungen, Stentimplantationen)

Wie wird eine Herzkatheteruntersuchung durchgeführt?


Nachdem sämtliche Voruntersuchungen und Vorbereitungen abgeschlossen sind, kann die Herzkatheteruntersuchung beginnen. Die Untersuchung wird unter sterilen Verhältnissen durchgeführt. Die Punktionsstelle wird örtlich betäubt. Auf eine Narkose wird in der Regel verzichtet, da Gefäße keine Nervenendigungen besitzen und somit kein Schmerzreiz ausgelöst werden kann. So werden die Bewegungen des Drahtes und des Katheters nicht wahrgenommen.

 
Nach erfolgreicher Punktion wird ein Führungsdraht in das Gefäß geschoben. Über diesen Draht wird eine Schleuse in das Blutgefäß eingeführt, da während der Untersuchung die Katheter gewechselt werden müssen. Der Führungsdraht wird nun bis zum Herzen vorgeschoben. Zeitgleich gleitet der Diagnostikkatheter über den zuvor gelegten Draht ebenfalls bis zum Abzweig der Herzkranzgefäße von der Aorta. Die Bewegung der Drähte und Katheter erfolgt unter ständiger Röntgenkontrolle. So kann der Untersucher die zielsichere Positionierung garantieren und Verletzungen vermeiden.

 
Der Führungsdraht dient also der Wegfindung des Katheters. Wird der Führungsdraht entfernt nimmt die Katheterspitze wieder ihre ursprüngliche Form an.  Durch mehrfaches wiederholtes Vorschieben und Zurückziehen des Drahtes und des Katheters kann der Untersucher zielgerichtet „abbiegen“ und sich so bis zum gewünschten Zielpunkt, einem Gefäßabgang, vorarbeiten. Je nach anvisierter Stelle können unterschiedlich gebogene Katheterformen benötigt werden. Daher können bei manchen Untersuchungen verschiedene Katheter benötigt werden und mehrere Katheterwechsel nötig sein.

 
Ist der Katheter an der entsprechenden Zielposition platziert, wird das Kontrastmittel injiziert und die Herzkranzgefäße lassen sich darstellen. Durch die zielgenaue Positionierung der Röntgenanlage wird das Herz in den unterschiedlichen Projektionen dargestellt. Je nach Ergebnis der Untersuchung kann jetzt die weitere Therapie festgelegt werden. Eine eventuelle erforderliche Gefäßaufdehnung ist sofort im Anschluss möglich.

 
Nach der Untersuchung werden sämtliche Materialien entfernt und die Einstichstelle wird nach kurzem Abdrücken des Gefäßes mit einem Druckverband verschlossen.

Was können sie selbst während der Untersuchung tun?

 
Ihre Mitarbeit ist für ein optimales diagnostisches Ergebnis wirklich sehr wichtig. Nur durch Ihre Mitarbeit ist eine angemessene und rasche Reaktion des Untersuchers auf Ihre Beschwerden möglich. Der Herzschlag kann vorübergehend während der Kontrastmittelinjektion oder durch die Katheterirritation beinflusst werden. Sie werden deshalb gelegentlich zum Husten aufgefordert, um einen normalen Herzrhythmus wiederherzustellen. Für ein optimales Bildergebnis sind gelegentliche Atemmanöver (tiefes Einatmen, Luft anhalten) nötig. Während einige Unannehmlichkeiten nicht zu vermeiden sind, können einige Symptome wichtige Warnzeichen sein, die sie schneller erkennen als der Untersucher. Teilen Sie uns diese mit, da die meisten Beschwerden oft rasch abgestellt werden können. 

Welche Risiken oder Komplikationen gibt es?


Komplikationen können bei der Coronarangiographie auftreten. Hierbei stehen Häufigkeit und Schwere von Zwischenfällen im Zusammenhang mit der Schwere der Erkrankung des Patienten, d. h. bei sehr starken Veränderungen am Herzen erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer ernsthafteren Komplikation.

 

Dennoch sind vor allem, die möglichen schweren Ereignisse sehr selten. Vor jedem Eingriff erhalten Sie im Rahmen eines ärztlichen Aufklärungsgespräches detaillierte Informationen.

Mitglied der Deutschen Herzstiftung